Anlässlich des Weltkrebstags (4. Februar) ist eine neue Ausgabe des Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung erschienen. Es ist bereits die fünfte überarbeitete Version. Herausgegeben wird er von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Der Ratgeber enthält 14 leicht verständliche Tipps, die auf wissenschaftlichen Studien fußen. Sie zeigen, was man im Alltag tun kann, um das eigene Krebsrisiko zu senken – zum Beispiel durch einen gesunden Lebensstil, bewusste Ernährung, Bewegung und den Verzicht auf schädliche Gewohnheiten.

Die Liste der Tipps zur Krebs-Vorbeugung ist länger geworden und umfasst nunmehr 14 einfache Regeln. Zum ersten Mal geht es auch stärker um Umwelt und Alltag.
Die Grundideen bleiben unverändert:
- keine Zigaretten
- Alkohol möglichst meiden
- ausgewogen essen
- viel Bewegung
- auf ein gesundes Gewicht achten
- Sonne nicht unterschätzen
Neu hinzugekommen sind deutliche Warnungen vor E-Zigaretten, Vapes und Solarien.
Einige Hinweise betreffen in erster Linie Frauen: Stillen kann das Brustkrebsrisiko senken. Hormonpräparate in den Wechseljahren sollten nur nach ärztlichem Rat und nur kurzzeitig eingesetzt werden.
Erstmals werden Behörden und Regierungen explizit aufgefordert, gesunde Lebensweisen zu unterstützen – zum Beispiel durch Information, Impfangebote und sauberere Luft in Städten.
14 Empfehlungen zur Krebsprävention
1. Rauchen
Rauchen Sie nicht. Verzichten Sie auf jeglichen Konsum von Tabakprodukten oder E-Zigaretten Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören.
2. Passivrauchen
Vermeiden Sie Tabakrauch in Ihren Wohnräumen und in Ihrem Fahrzeug.
3. Übergewicht und Fettleibigkeit
Ergreifen Sie Maßnahmen, um Übergewicht und Adipositas zu vermeiden oder zu reduzieren:
- Essen Sie möglichst wenig Lebensmittel mit hohem Kalorien-, Zucker-, Fett- und Salzgehalt.
- Konsumieren Sie möglichst wenig Getränke mit hohem Zuckergehalt. Trinken Sie hauptsächlich Wasser und ungesüßte Getränke.
- Essen Sie möglichst wenig hochverarbeitete Lebensmittel.
4. Bewegung
Bewegen Sie sich regelmäßig im Alltag. Verbringen Sie möglichst wenig Zeit im Sitzen.
5. Ernährung
Setzen Sie vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst auf Ihren täglichen Speiseplan. Essen Sie möglichst wenig rotes Fleisch und vermeiden Sie verarbeitetes Fleisch.
6. Alkohol
Verzichten Sie auf alkoholische Getränke.
7. Stillen
Stillen Sie Ihr Baby so lange wie möglich.
8. Sonneneinstrahlung
Vermeiden Sie zu viel Sonnenstrahlung, insbesondere bei Kindern. Achten Sie auf ausreichenden Sonnenschutz. Gehen Sie nicht ins Solarium.
9. Risikofaktoren für Krebs am Arbeitsplatz
Informieren Sie sich über Krebsrisikofaktoren bei der Arbeit und verlangen Sie von Ihrem Arbeitgeber, dass er Sie davor schützt. Befolgen Sie stets die Gesundheits- und Arbeitsschutzanweisungen an Ihrem Arbeitsplatz.
10. Radongas in Innenräumen
Informieren Sie sich mithilfe einer lokalen Radonkarte über die Radonkonzentration in Ihrer Region. Lassen Sie die Werte in Ihrem Zuhause von Fachpersonen messen und gegebenenfalls senken.
11. Luftverschmutzung
Reduzieren Sie aktiv die Belastung durch Luftverschmutzung
- Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel, gehen Sie zu Fuß oder fahren Sie mit dem Fahrrad, anstatt das Auto zu nehmen.
- Suchen Sie sich verkehrsarme Strecken, wenn sie zu Fuß gehen, mit dem Rad fahren oder draußen Sport treiben.
- Halten Sie Ihr Zuhause rauchfrei, indem Sie keine Brennstoffe wie Kohle oder Holz verheizen.
- Fördern Sie Maßnahmen für eine bessere Luftqualität.
12. Krebsauslösende Infektionen
- Lassen Sie Mädchen und Jungen gegen das Hepatitis-B-Virus und das humane Papillomavirus (HPV) impfen, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
- Nehmen Sie an Tests auf und Behandlungen gegen Hepatitis-B- und -C-Viren, das humane Immunschwächevirus (HIV) und Helicobacter pylori teil, gemäß den Empfehlungen in Ihrem Land.
13. Hormonersatztherapie
Wenn Sie sich nach einer ausführlichen Beratung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt für eine Hormonersatztherapie (gegen Wechseljahrsbeschwerden) entscheiden, sollten Sie die Anwendung auf einen möglichst kurzen Zeitraum beschränken.
14. Bestehende Krebsvorsorgeprogramme
Nehmen Sie an den in Ihrem Land empfohlenen bestehenden Krebsvorsorgeprogrammen für folgende Krebsarten teil:
- Darmkrebs
- Brustkrebs
- Gebärmutterhalskrebs
Weitere Informationen: https://cancer-code-europe.iarc.who.int/de/startseite/
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Artikel des Gesundheitsblogs des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen werden nicht aktualisiert. Ihre Inhalte stützen sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Belege, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar sind. Gesundheitsinformationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen. Informieren Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin über mögliche Beschwerden. Weiter…