Bei Temperaturen von bis zu 36 Grad Ende Juni 2026 kann die starke Hitze zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko werden. Dr. Giuliano Piccoliori, Arzt für Allgemeinmedizin und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, ruft die Bevölkerung – insbesondere ältere, chronisch kranke und pflegebedürftige Menschen – dazu auf, ausreichend und regelmäßig zu trinken, körperliche Anstrengungen sowie Aufenthalte im Freien während der heißesten Tagesstunden zu vermeiden und die Wohnräume möglichst kühl zu halten. „Vorbeugung bleibt die wirksamste Therapie“, betont Piccoliori.

instituts für allgemeinmedizin und Public health bozen.
Als Arzt für Allgemeinmedizin empfiehlt Dr. Giuliano Piccoliori angesichts der derzeitigen Hitzewelle einige einfache, aber äußerst wichtige Vorsichtsmaßnahmen, um gesundheitlichen Problemen vorzubeugen:
1. Viel trinken – und zwar bereits, bevor sich Durst bemerkbar macht. Durst ist ein spätes Warnsignal des Körpers und wird insbesondere von älteren Menschen oft nur noch abgeschwächt oder gar nicht wahrgenommen. Daher sollten täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser getrunken werden, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Bei starker Schweißbildung ist eine noch höhere Flüssigkeitszufuhr erforderlich. Auf alkoholische Getränke sollte möglichst verzichtet werden; auch koffeinhaltige Getränke sollten nur in Maßen konsumiert werden, da sie den Flüssigkeitsverlust des Körpers begünstigen können.

2. Die heißesten Stunden des Tages meiden. Zwischen 11.00 und 18.00 Uhr sollte man sich möglichst nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen. Auf anstrengende körperliche Aktivitäten, Arbeiten im Freien sowie sportliche Betätigungen sollte in diesem Zeitraum verzichtet werden. Spaziergänge, Gartenarbeiten oder sportliche Aktivitäten verlegt man am besten in die kühleren Morgenstunden oder in den Abend.
3. Für ein möglichst kühles Wohnklima sorgen. Tagsüber sollten Fenster, Rollläden und Jalousien geschlossen bleiben, um die Hitze draußen zu halten. Gelüftet wird am besten in den Nachtstunden sowie am frühen Morgen, wenn die Temperaturen niedriger sind. Ventilatoren oder Klimaanlagen können dabei helfen, die Räume angenehm kühl zu halten, wobei allzu große Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außenbereich vermieden werden sollten. Ist die Wohnung stark aufgeheizt, empfiehlt es sich, einige Stunden in klimatisierten Räumen wie Bibliotheken, öffentlichen Einrichtungen oder Einkaufszentren zu verbringen.
4. Leichte und ausgewogene Kost. Bevorzugt werden sollten frisches Obst (Wassermelonen, Melonen, Pfirsiche) sowie Gemüse. Empfehlenswert sind zudem kleine, über den Tag verteilte Mahlzeiten. Eingeschränkt werden sollten hingegen sehr fettreiche Speisen und üppige Mahlzeiten.
5. Besondere Aufmerksamkeit ist gefährdeten Personen zu widmen. Besonders gefährdet sind: ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere sowie Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz, chronischer Bronchitis, Diabetes oder Niereninsuffizienz. Ein erhöhtes Risiko besteht zudem für Personen, die Diuretika, blutdrucksenkende Medikamente oder Arzneimittel einnehmen, die auf die Psyche wirken, etwa Beruhigungsmittel oder Antipsychotika. „Für diese Patient:innen ist eine tägliche Kontrolle des Körpergewichts und Blutdrucks besonders wichtig. Während Hitzewellen kann es notwendig sein, die Dosierung von Diuretika sowie die blutdrucksenkende Therapie zu überprüfen, da diese eine Austrocknung des Körpers oder einen plötzlichen Blutdruckabfall begünstigen können. Sprechen Sie darüber mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt“, betont Dr. Giuliano Piccoliori.
An die Bevölkerung richtet er abschließend folgenden Appell: „Hitze ist nicht nur unangenehm. Hält sie über mehrere Tage an, kann sie selbst für scheinbar gesunde Menschen zu einem Gesundheitsrisiko werden. Trinken Sie regelmäßig, reduzieren Sie Ihr Tempo, suchen Sie kühle Orte auf und achten Sie auf ältere Angehörige, die allein leben. Vorbeugung bleibt die wirksamste Therapie“, so Dr. Giuliano Piccoliori.
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Artikel des Gesundheitsblogs des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen werden nicht aktualisiert. Ihre Inhalte stützen sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Belege, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar sind. Gesundheitsinformationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen. Informieren Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt für Allgemeinmedizin über mögliche Beschwerden. Weiter…