Die WHO meldet eine neue Variante des Mpox-Virus. Bisher wurde sie in Großbritannien und Indien entdeckt, in Südtirol gibt es keinen bekannten Fall. Mpox ist eine ansteckende Krankheit, die meist durch engen Körperkontakt übertragen wird und Fieber sowie bläschenartigen Hautausschlag auslösen kann. Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, liefert einen Überblick über die derzeitige Lage.

Was ist passiert?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 14. Februar 2026 über eine neue Variante des Mpox-Virus – früher als „Affenpocken“ bekannt – informiert. Erstmals wurde ein sogenanntes rekombinantes Virus nachgewiesen, das aus einer natürlichen Vermischung zweier bekannter Virusstämme (Klade Ib und Klade IIb) entstanden ist. Bisher sind zwei Fälle bestätigt – einer in Großbritannien und einer in Indien –, wobei beide Personen zuvor international gereist waren. Die WHO geht davon aus, dass die Verbreitung dieser Variante bereits weiter fortgeschritten ist als bisher dokumentiert.
Was ist Mpox?
„Mpox ist eine Infektionskrankheit, die durch das Monkeypox-Virus verursacht wird. Typische Krankheitszeichen sind Fieber, geschwollene Lymphknoten und ein Hautausschlag mit Bläschen, die jenen bei Windpocken ähneln können. Im Genital- oder Analbereich können die Hautveränderungen auch mit sexuell übertragbaren Infektionen verwechselt werden. Die Erkrankung kann auch mit wenigen oder gar keinen sichtbaren Symptomen verlaufen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen.
Wie wird Mpox übertragen?
„Die Übertragung erfolgt vor allem durch engen körperlichen Kontakt mit einer infizierten Person, einschließlich sexueller Kontakte. Auch der Kontakt mit kontaminierten Materialien (z.B. Bettwäsche und Handtücher) kann zur Ansteckung führen. Eine Übertragung über Atemwegströpfchen ist in seltenen Fällen bei engem, längerem Kontakt möglich“, sagt Prof. Wiedermann.

des instituts für allgemeinmedizin und public health bozen.
Wer ist besonders betroffen?
Nach aktueller Einschätzung der WHO gilt:
- Ein mittleres Risiko besteht für Männer, die Sex mit Männern haben und wechselnde oder neue Sexualpartner haben, sowie für Personen mit häufig wechselnden Sexualkontakten.
- Für die allgemeine Bevölkerung ohne diese spezifischen Risikofaktoren wird das Risiko als gering eingestuft.
Diese Einschätzung gilt unverändert auch für die neue rekombinante Variante. Beide bisher bekannten Fälle verliefen ohne schwere Komplikationen.
Was bedeutet das für Südtirol?
„Südtirol ist als international stark vernetzte Region mit hohem Tourismus- und Reiseaufkommen grundsätzlich von der weltweiten Verbreitung von Infektionskrankheiten betroffen. Bisher ist kein Fall der neuen rekombinanten Variante in Südtirol oder Italien bekannt. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb beobachtet die Lage und steht im Austausch mit Gesundheitsbehörden“, betont Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann.
Was können Sie tun?
- Achten Sie auf Symptome: Bei ungewöhnlichem Hautausschlag, insbesondere mit Bläschenbildung, Fieber oder geschwollenen Lymphknoten, wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.
- Informieren Sie Ihren Arzt über Reisen: Wenn Sie kürzlich international gereist sind und Symptome entwickeln, teilen Sie dies bei der ärztlichen Konsultation mit.
- Schützen Sie sich: Vermeiden Sie engen Hautkontakt mit Personen, die einen unklaren Hautausschlag aufweisen.
- Impfung: Für Personen mit erhöhtem Risiko steht eine Impfung gegen Mpox zur Verfügung. Informationen dazu erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin oder beim Südtiroler Sanitätsbetrieb.
Wo finden Sie weitere Informationen?
- Weltgesundheitsorganisation: www.who.int/health-topics/mpox
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Artikel des Gesundheitsblogs des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen werden nicht aktualisiert. Ihre Inhalte stützen sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Belege, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar sind. Gesundheitsinformationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen. Informieren Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin über mögliche Beschwerden. Weiter…