Im Frühjahr 2026 beginnt eine neue dreijährige Ausbildung in Allgemeinmedizin am Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen. Die Ausbildung ist EU-weit anerkannt, wird in deutscher und italienischer Sprache angeboten und durch ein Stipendium des Landes Südtirol unterstützt. Die Bewerbungsphase hat jetzt begonnen. Für die erste Aufnahmerunde endet die Frist am 23. Februar, eine zweite Bewerbungs- phase läuft vom 18. Mai bis zum 19. Juni 2026.

Südtirols Ausbildung in Allgemeinmedizin
„Die Allgemeinmediziner:innen bilden das Fundament unseres Gesundheitswesens. Mehr als 80% aller gesundheitlichen Probleme der Bürgerinnen und Bürger können im Rahmen der Allgemeinmedizin gelöst werden“, sagt Dr. Giuliano Piccoliori, Hausarzt in St. Christina in Gröden und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen. Die Ausbildung am Institut dauert drei Jahre und kann in Voll- oder Teilzeit absolviert werden. Sie findet in deutscher und italienischer Sprache statt. Nach Abschluss des Lehrgangs wird der Titel ,Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin’ verliehen, der auf EU-Ebene anerkannt ist. Nur wer im Besitz dieses Titels ist, kann mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst eine Konvention als Ärztin/Arzt für Allgemeinmedizin abschließen.
Theorie und Praxis im Einklang
Die Ausbildung am Institut in Bozen besteht aus zwei Teilen: Der praktische Teil (Vollzeit) umfasst 144 Wochen, zusätzlich zwölf Wochen erlaubte Abwesenheit. Darin eingebettet ist der Theorie-Teil mit ca. 110 Seminaren. Die Theorie-Seminare finden am Universitären Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen statt. Im Falle einer Teilzeit- Ausbildung müssen die Praktika in Allgemeinmedizin und Pädiatrie dennoch in Vollzeit absolviert werden.
Alle Details zur Ausbildung unter: https://civis.bz.it/de/dienste/dienst.html?id=1004980
„Durch die Ausbildung in Südtirol lernen die künftigen Allgemeinmediziner:innen das lokale Gesundheitswesen und die Bezugsspitäler für die spätere Praxistätigkeit kennen. Das 11- monatige Praktikum in den allgemeinmedizinischen Ordinationen besteht aus drei Abschnitten und garantiert eine praxisorientierte Ausbildung“, erklärt Dr. Doris Hager-Prainsack, Ärztin für Allgemeinmedizin in Meran und seit Herbst 2025 Präsidentin des Instituts.
Ein Stipendium für die Ausbildung in Bozen
Für die Südtiroler Ausbildung in Allgemeinmedizin ist ein monatliches Stipendium vorgesehen, das vom Amt für Personal, Bildung und Beiträge im Gesundheitswesen festgelegt und ausbezahlt wird. Im Gegenzug verpflichten sich die Absolvent:innen dazu, innerhalb von fünf Jahren nach Abschluss der Ausbildung für drei Jahre als Ärztinnen/Ärzte für Allgemeinmedizin in Südtirol zu arbeiten. „Das Südtiroler Stipendium ist fast viermal so hoch wie jenes im restlichen Staatsgebiet“, hebt Dr. Giuliano Piccoliori hervor.
Neuer Lehrgang 2026–2029
Die nächste Ausbildung in Allgemeinmedizin beginnt im Frühjahr 2026 in Bozen.
ERSTE SESSION
Die Gesuche für die erste Session können bis 23. Februar 2026 (12.00 Uhr) eingereicht werden. Die Aufnahmeprüfung findet am 25. März 2026 (9.00 Uhr) an der Claudiana in Bozen statt. Der Lehrgang beginnt am 27. April 2026.
ZWEITE SESSION
Die Gesuche für die zweite Session sind vom 18. Mai bis 19. Juni 2026 (12.00 Uhr) einzureichen. Die Aufnahmeprüfung erfolgt am 15. Juli 2026 (9.00 Uhr) an der Claudiana in Bozen. Der Lehrgang beginnt am 7. September 2026.
Abgeschlossener Lehrgang 2022–2025
Im Herbst 2025 haben folgende zehn Ärztinnen und Ärzte ihre dreijährige Ausbildung am Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen abgeschlossen (auf dem Foto von links nach rechts):
- Giulio Poladas
- Sofia Farronato
- Francesca Clari
- Martina Zwerger
- Luca Boschetti
- Anna Elisabeth Cassar
- Patrik Fallaha
- Luca Garbin
- Katharina Engl
- Michael Gadner

„Die Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs 2022–2025 stärken künftig Südtirols hausärztliche Versorgung als wichtige Säule der Gesundheitsprävention. Allgemeinmedizin bedeutet Kontinuität, frühzeitiges Erkennen von Gesundheitsproblemen und langfristige Begleitung. Dass sich Ärztinnen und Ärzte für diesen beruflichen Weg in Südtirol entscheiden, ist für die nachhaltige Gesundheitsversorgung der Bevölkerung von zentraler Bedeutung“, betont Institutspräsidentin Dr. Doris Hager-Prainsack.
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Artikel des Gesundheitsblogs des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen werden nicht aktualisiert. Ihre Inhalte stützen sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Belege, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar sind. Gesundheitsinformationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen. Informieren Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin über mögliche Beschwerden. Weiter…