Neue Bluttests zur Früherkennung von Alzheimer stehen im Mittelpunkt einer bewegten öffentlichen Diskussion. Anlass dafür sind die Zulassung eines Alzheimer-Bluttests durch die US-Arzneimittelbehörde FDA und Berichte über eine mögliche „einfache“ und „frühe“ Diagnose von Demenz. Zugleich warnen renommierte internationale Fachzeitschriften vor einer vorschnellen Verwendung dieser Tests. Das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen liefert nun einen umfassenden Faktencheck.
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Dr. Christian Wiedermann
Grippewelle 2025/26: Was bedeutet sie für Südtirol?
Die Grippesaison 2025/26 hat in Italien und Österreich früh begonnen und breitet sich rasch aus. Vor allem bei Kindern nehmen Atemwegsinfektionen deutlich zu. Auch in Südtirol melden Kinderärztinnen und Kinderärzte mehr Erkrankungen, teils mit hohem, länger anhaltendem Fieber und in einzelnen Fällen so schwer, dass Kinder im Spital behandelt werden müssen. Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, ordnet die Grippewelle wissenschaftlich ein.
Medizin trifft Geschichte
Am 8. November 2025 wurde in Bozen ein besonderes Jubiläum gefeiert: Die Accademia Italiana di Storia della Farmacia (AISF) beging den 75. Jahrestag ihrer Gründung – exakt an dem Ort, an dem sie 1950 vom damaligen Bozner Apotheker Giulio Conci ins Leben gerufen worden war. Im Rahmen der Jubiläumstagung hielt Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, einen Vortrag über einen Rettungskasten aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Veranstaltung wurde von der Apothekerkammer Südtirol organisiert und stand unter der Schirmherrschaft der AISF. Das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen war nicht nur als wissenschaftlicher Partner vertreten, sondern gestaltete die Tagung auch aktiv mit – durch einen Beitrag zur lokalen Gesundheits- und Pharmaziegeschichte.
Erinnerung als Forschung: Beitrag des Instituts
Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungkoordinator des Instituts, präsentierte ein einzigartiges Beispiel alpiner Sanitätsgeschichte: einen Rettungskasten aus dem Ersten Weltkrieg, der aus Sulden im Ortlergebiet stammt. Der fast vollständig erhaltene Kasten dokumentiert die pharmazeutische und medizinische Notfallversorgung in militärischen Extremsituationen – mit Originalbestandteilen, Gebrauchsanleitungen und ärztlichen Vermerken.
Mit seinem Vortrag unterstrich Prof. Wiedermann die Relevanz pharmaziehistorischer Forschung für die moderne Allgemeinmedizin – insbesondere im Hinblick auf Versorgungssicherheit, Arzneimittelhistorie und interprofessionelle Zusammenarbeit in Extremlagen.

600 Jahre Apothekentradition in Bruneck
Auch die regionale Pharmaziegeschichte stand im Fokus: Dr. Philipp Egger, Apotheker in Bruneck, rekonstruierte in seinem Vortrag die jahrhundertealten Besitzverhältnisse der dortigen Stadtapotheke. Die heute unter dem Namen „Apotheke Zieglauer“ bekannte Einrichtung befindet sich nachweislich seit dem Jahr 1319 in Familienhand – ein nahezu einzigartiges Beispiel für gelebte Kontinuität pharmazeutischer Versorgung.
Pionier aus Bozen: Giulio Conci
Dr. Ernesto Riva (Belluno) würdigte in seinem Vortrag das Leben und Wirken des Bozner Apothekers Giulio Conci, der 1950 die Akademie für Pharmaziegeschichte ins Leben rief. Conci war nicht nur Gründer, sondern auch überzeugter Vermittler pharmazeutischer Kultur – sein Erbe lebt in der heutigen AISF weiter.

Gesamtstaatliche Bedeutung – lokale Verankerung
Unter den Gästen befanden sich führende Mitglieder der AISF, darunter, Univ.-Prof. Chiara Beatrice Vicentini (Universität Ferrara, Präsidentin der AISF), Univ.-Prof. Giorgio Giacomo Mellerio (Universität Pavia, Vorstandmitglied der AISF) und Univ.-Prof. Giovanni Cipriani (Universität Florenz, Vizepräsident der AISF).
Ihre Anwesenheit unterstrich die wissenschaftliche Bedeutung der Veranstaltung und die Rolle Bozens als Gründungsort mit bleibender Strahlkraft.
Warum ist das wichtig?
„Für das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen ist die Beschäftigung mit Medizingeschichte kein Selbstzweck, sondern Teil eines umfassenden Verständnisses von Gesundheitsversorgung – über Generationen hinweg. Die Tagung bot Gelegenheit, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden, historische Lehren für die Praxis zu reflektieren und das kulturelle Erbe der Pharmazie in Südtirol sichtbar zu machen“, betont Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann in der Nachbetrachtung.
Wichtig zu wissen: Die einzelnen Artikel des Gesundheitsblogs des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen werden nicht aktualisiert. Ihre Inhalte stützen sich auf Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Belege, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung verfügbar sind. Gesundheitsinformationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung nicht ersetzen. Informieren Sie Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin über mögliche Beschwerden. Weiter…
Forschung im Dienst der Versorgung
Beim Südstern – Planet Medizin Forum 2025 in der Claudiana Bozen präsentierte Univ.-Prof. Dr. Christian Wiedermann aktuelle Forschungsergebnisse des Südtiroler Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health. Dabei wurde betont, wie wichtig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für die Versorgung der Südtiroler Bevölkerung sind.
Schule und Gesundheit: Ein 5-Punkte-Plan für Südtirol
Wie kann Gesundheitsbildung an Südtirols Schulen verbessert werden? Wie kann die physische und psychische Gesundheit der Schüler:innen langfristig gestärkt werden? Welche Rolle spielen dabei Lehrer:innen und Eltern? Das Institut für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen hat sich diesen Fragen in einer Studie an deutschsprachigen Schulen gewidmet. „Gesundheitserziehung sollte als ein wichtiger Teil der gesundheitlichen Vorbeugung, Früherkennung und Frühintervention verstanden werden, vor allem in den Bereichen mentale Gesundheit und gesunder Umgang mit Medien“, betont Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts.
Mpox in Europa – Gefahren und Prävention
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Infektionskrankheit Mpox – früher ,Affenpocken’ genannt – am 14. August 2024 offiziell als globalen Gesundheitsnotfall eingestuft. Diese Entscheidung fußt auf der schnellen Verbreitung einer neuen und gefährlicheren Virusvariante. Schweden und Pakistan haben indes die ersten Infektionsfälle gemeldet. Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, erläutert die Hintergründe, informiert über Risiken in Europa und die notwendigen Maßnahmen, um der Virusausbreitung entgegenzuwirken.
Corona im Sommer 2024: Symptome, Risiken, Prävention
Seit einigen Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in ganz Europa wieder an. Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Südtiroler Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health, erläutert die Hintergründe und gibt wichtige Empfehlungen, wie man sich und andere im Sommer 2024 schützen kann.
Vom Sanatorium zum Genom: Franz Kafka und die Geschichte der Tuberkulose
Am 3. Juli 1883 erblickte Franz Kafka in Prag das Licht der Welt. Am 3. Juni 1924 verstarb der Schriftsteller in einem Sanatorium nahe Wien an Kehlkopftuberkulose. Sein Tod markierte das Ende eines literarischen Genies. Seine Werke – darunter „Die Verwandlung“, „Der Process“ und „Das Schloss“ – zählen zu den Schlüsselwerken der Weltliteratur. 1917 war Kafka an Tuberkulose erkrankt. Ohne wirksame Antibiotika blieb ihm nur die Erholung in Sanatorien, die jedoch keinen langfristigen Erfolg brachte. Im Frühjahr 1920 verbrachte Kafka einen Kuraufenthalt in Meran/Südtirol. Sein Werk zeigt die Verbindung zwischen Leiden und Literatur.
Ein Beitrag von Prof. Dr. Christian J. Wiedermann
Dengue in Europa: Prof. Wiedermann informiert über Risiken und Prävention
In Europa mehren sich die Dengue-Infektionsfälle. Dengue-Fieber – eine durch Tigermücken übertragene Viruserkrankung – kann von milden Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie dem hämorrhagischen Dengue-Fieber reichen. Internist Prof. Dr. Christian Wiedermann, Forschungskoordinator des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen, betont die Bedeutung von Prävention und erhöhter Aufmerksamkeit, um das Infektionsrisiko zu verringern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
Widerruf Impfstoff von AstraZeneca: Stellungnahme von Prof. Wiedermann
Die Zulassung des COVID-19-Impfstoffs Vaxzevria wurde auf Wunsch des Herstellers AstraZeneca widerrufen. „Die Entscheidung, den auch in Südtirol verwendeten Impfstoff vom Markt zu nehmen, hat einzig mit dem starken Rückgang der Nachfrage zu tun. Sicherheits- und Wirksamkeitsbedenken spielten dabei keine Rolle“, erklärt Prof. Christian Wiedermann, Koordinator der Forschungsprojekte des Instituts für Allgemeinmedizin und Public Health Bozen.